Petra Schürmann ist tot – Zerbrochen am Verlust ihrer Tochter

15. Januar 2010 | von admin | Kategorie: Society, Top-Artikel

SocietyDie einstige Fernsehmoderatorin Petra Schürmann ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in München im Alter von 74 Jahren gestorben. Ein Sprecher des Bayerischen Rundfunks (BR) berichtet, Schürmann sei in ihrem Haus am Starnberger See friedlich eingeschlafen. Nähere Angaben und Aussagen hinsichtlich des genauen Zeitpunktes des Todes der früheren TV-Moderatorin gibt es zunächst nicht.

In den vergangenen Tagen mehrten sich bereits die Gerüchte, Schürmann leide unter ihrem sehr schlechten Gesundheitszustand. Die 74-Jährige hatte sich seit dem Tod ihres Mannes Gerhard Freund 2008 und ihrer geliebten Tochter Alexandra Freund 2001 völlig zurückgezogen und von der Öffentlichkeit ferngehalten. Besonders nach dem Unfalltod ihrer Tochter erkrankte Schürmann schwer. Die damals 34-jährige Alexandra kam im Juni 2001 auf der Autobahn A8 in der Nähe von Rosenheim ums Leben, als ein Geisterfahrer in suizidaler Absicht frontal mit ihrem Auto kollidierte. Schürmann überwandte den Tod ihrer Tochter nie. Fotos zeigten sie in den vergangenen Jahren körperlich von der Tragödie gezeichnet. Sie litt in der Folge an psychoreaktiven Sprachblockaden und konnte kaum mehr sprechen, weder essen noch trinken. Somit beendete die einstige und erste bislang deutsche Miss World (1956) ihre Karriere.

Auf die Frage, ob Schürmann Angst vor dem Tod habe, antwortete sie im Jahre 2006 in ihrem letzten Interview: „Ja, das habe ich, obwohl ich fest daran glaube, dass ich meine Alexandra im Jenseits wiedersehen werde. Anders könnte ich es gar nicht aushalten.“

Damalige Kollegen sowie innige Freunde Schürmanns zeigten sich auf ihren Tod äußerst betroffen. „Sie war eine herzliche und hilfsbereite Kollegin. Ihr Tod berührt mich sehr“, sagte Moderatorin Uschi Dämmerich von Luttitz der „Abendzeitung“. „Aber letztlich hatte ihr Leben für sie seit dem tragischen Unfalltod ihrer Tochter keinen Sinn mehr“, fügte sie hinzu. Moderatoren-Kollegin Carolin Reiber sah Schürmann als „Ausnahme-Frau“: „Wir haben zusammen gemodelt, sind in die Berge. Sie war wunderschön, elegant, sehr gebildet – und hatte eine riesengroßes Herz. Sicher war es ihre Hoffnung, wieder mit ihrer Tochter vereint zu sein. Alexandra war Petras Leben“, erklärte Reiber der „Abendzeitung“.

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erwies der verstorbenen Fernsehmoderatorin seine letzte Ehre und würdigte sie somit als „herausragende Sympathieträgerin“. „Das Publikum hat sie verehrt und geliebt. Dass bei aller schwerelosen Heiterkeit, die sie stets ausstrahlte, die letzten Jahre ihres Lebens von tragischen Schicksalsschlägen geprägt waren, hat viele Menschen und auch mich tief berührt. Über viele Jahre war sie die markante Stimme und das attraktive Gesicht des Bayerischen Fernsehens sowie eine in ganz Deutschland geschätzte kulturelle Botschafterin unseres Landes“, sagte Seehofer über Schürmann.

1996 wurde Schürmann von der Staatsregierung mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

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