Prince of Persia – Der Sand der Zeit

2. Juni 2010 | von admin | Kategorie: Kino, OZ-Net-Filmrezensionen, Top-Artikel

Prince_of_Persia_Filmplakat


OZ-Net-Moviestar-Bewertung: 8 / 10

OZ-Net-Moviestar-Bewertung_Prince-of-Persia-Der Sand-der-Zeit

„Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ ist ein im Jahre 2010 produzierter amerikanischer Action-Abenteuerfilm. Der Film, der von Regisseur Mike Newell geschaffen wurde, basiert auf dem gleichnamigen Video- bzw. Computerspiel der weltweit populären „Prince of Persia“-Reihe.

Produziert wurde der erstklassige Filmstreifen von Jerry Bruckheimers Firma „Jerry Bruckheimer Films“ sowie von Walt Disney Pictures. Als passenden Hauptdrehort wählte Regisseur Mike Newell Marokko. Gewisse Szenen von „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ wurden zudem in den Pinewood Studios in Buckinghamshire gedreht.

Seine Weltpremiere feierte Bruckheimers Produktion „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ am 9. Mai 2010 im Westfield Center in London, England. In Deutschland hingegen startete der Film am 20. Mai 2010 in den Kinos.

Der Hype, Videospiele zu verfilmen, geht weiter: Nicht nur Uwe Boll versuchte mit seiner Verfilmung des gleichnamigen Ego-Shooter-Spiels „Far Cry“ sowie „Alone in the Dark“ und „Alone in the Dark II“ sein Glück Großartiges zu vollbringen, auch Simon West und Jan de Bront widmeten sich mit ihren Filmen „Lara Croft – Tomb Raider“ und „Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ Verfilmung von Videospielen. Nun hat auch Jerry Bruckheimer der Videospiel-Verfilmungswahnsinn gepackt. Der Erfolgsproduzent, auf dessen Konto die „Fluch der Karibik“-Trilogie geht, hat mit „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ klar bewiesen, dass die Verfilmung eines Videospiels wahrhaftig glänzen kann. Vielleicht sollten sich Uwe Boll, Simon West und Jan de Bront bei ihren nächsten Videospiel-Produktionen, die sie mit Absicht auf gute Kritiken auf die Leinwand projizieren möchten, von Jerry Bruckheimers Talent ein wenig abgucken bzw. sich von diesem jedenfalls inspirieren lassen.

Tatsache ist, dass oft davon gesprochen wird, wie ähnlich sich Kinofilme und Computerspiele inzwischen seien. Mike Newell und Jerry Bruckheimer beweisen mit „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ das klare Gegenteil: Auch wenn Spieleentwickler immer mehr Wert auf das sogenannte erzählerische Element eines Videospieles legen und der verfilmte Streifen sich im Hinblick auf Action- und Kampfszenen mehrheitlich an den kämpferischen und stunt-mäßigen Künsten der Videospielfiguren orientiert, erweisen sich die Unterschiede trotz allem als immer noch größer als die Gemeinsamkeiten. Schließlich nimmt man einem Video- bzw. Computerspiel bei seiner Adaption für die Kinoleinwand das eigentliche „Gameplay“ und kleidet es in eine erzählerische Story, die die eigentliche Handlung des werdenden Filmes ausmacht. Aus dem aktiven Spielen resultiert somit im Rahmen der Verfilmung ein passives Zuschauen. Es erweist sich als ganz und gar nicht leicht, einen begeisterten Videospieler, der sein Spiel bis ins kleinste Detail kennt, von einem Film zu überzeugen, bei welchem der Spieler nicht in das Geschehen eingreifen kann – denn er ist ja schließlich nur passiver Cineast. Dies kann einem Produzent bzw. Regisseur nur gelingen, sofern er die Zuschauer mit dem Verlauf der Handlung so mitreißt, als hätten sie das Gefühl, sich selbst im Rahmen des Spieles wiederzufinden. Aufgrund dieser Schwierigkeit gibt es bis heute noch immer keine Spielverfilmung, mit welcher die Fans zu wirklich 100 Prozent zufrieden sind. Auch „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ gelingt die vollständige Zufriedenheit nicht, aber diese Produktion stellt jedenfalls jene dar, die der 100-Prozent-Marke gefährlich nahe kommt.

Persien im 6. Jahrhundert: Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal) gehörte nicht immer der persischen Herrscherfamilie an. Er war ursprünglich ein verwaister Straßenjunge, der vom persischen König (Ronald Pickup) adoptiert wurde, nachdem er auf dem Marktplatz Menschlichkeit und Mut bewiesen hatte. Seitdem steht er unter der Obhut von Nizam (Ben Kingsley), dem Bruder des Königs, der sich um Dastan kümmern soll. 15 Jahre später greift die Armee des persischen Königs unter der Führung von Dastan und seinen beiden Brüdern Tus (Richard Coyle) und Garsiv (Toby Kebbell) die heilige Stadt Alamut, die angeblich Waffen an Persiens Feinde verkaufen soll, an. Bei der Belagerung der Stadt fällt Dastan ein geheimnisvoller Dolch in die Hände. Schon bald gelingt es dem jungen Prinzen herauszufinden, dass es sich dabei um nicht irgendeinen Dolch handelt, sondern um einen ganz besonderen, der es ermöglicht, die Zeit für eine gewisse Zeit zurückzudrehen. Die Eroberung der Stadt Alamut verläuft erfolgreich. Auch die Herrscherin der heiligen Stadt, Prinzessin Tamina (Gemma Arterton), kann in ihren Gemächern festgesetzt werden. Doch dann wird Persiens König Sharaman mit einem Geschenk Dastans, dem heiligen Gebetsmantel Alamuts, vergiftet. Nach dem Tod des Königs wird Dastan als Hauptverdächtiger der Tat beschuldigt. Gemeinsam mit Tamina flieht er aus seinem Land, um seine Unschuld zu beweisen, den richtigen Mörder seines Vaters zu finden und eine gefährliche Verschwörung aufzudecken, die das Ende der Welt bedeuten könnte …

Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer hat für seine Produktion „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ den absolut richtigen Hauptdarsteller gewählt. Man kann fast sagen, dass der Schaffer der „Fluch der Karibik“-Trilogie ein ganz spezielles Händchen dafür hat, Heldenrollen an die richtigen Schauspieler zu vergeben, denn auch mit der Besetzung von Nicolas Cage für „The Rock“ hat Bruckheimer auf die richtige Karte gesetzt. Jake Gyllenhaal konnte bereits in Roland Emmerichs „The Day After Tomorrow“ gute Action-Erfahrung sammeln, war aber bisher noch nie in die Rolle eines richtigen Actionheldes geschlüpft. Somit sei gesagt, dass es Gyllenhaal mit seiner wuscheligen Mähne und seinen wie aus der Erde gesprossenen Muskelbergen nicht nur gelingt, seine weiblichen Fans mitzureißen, sondern auch den männlichen Teil des Cineasten von seinem actionreichen Künsten und Talenten zu überzeugen.

Neben Jake Gyllenhaal haben Mike Newell und Jerry Bruckheimer weitere großartige Stars in ihren Cast für „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ aufgenommen. Die 2010 voll durchgestartete Gemma Arterton (in „Kampf der Titanen in der Rolle der „Io“) bereicherte die Videospiel-Verfilmung mit einem Hauch Exotik, wobei Sir Ben Kingsley seine Erfahrungen und Qualitäten als erfahrener Shakespeare-Darsteller beisteuerte. Alles in allem punktet „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ durch eine Vielzahl herausragender Auftritte der Star-Besetzung, wenn auch die Charaktere im Drehbuch als eher sehr oberflächlich und nicht detailgetreu angelegt sind. Beziehungen und Konflikte werden demzufolge nur schemenhaft und nicht ganz klar herausgearbeitet. Dies betrifft vor allem das Verhältnis zwischen Dastan und seinem Onkel Nizam, das eigentlich der Hauptfokus der ganzheitlichen Produktion darstellt. Wäre es gelungen, diese Beziehung und einzelne damit verbundene Dialoge sowohl besser als auch detaillierter zu zeichnen, so hätte dies Bruckheimers „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ noch heller strahlen lassen.

Das gesamte Filmteam hat absolut gut dabei getan, in Marokko bei über 45 Grad Celsius das alte Persien wieder aufleben zu lassen, denn was die Kulissen des Films „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ betrifft, so sind diese der visuellen Vorlage des Video- bzw. Computerspiels perfekt gerecht geworden. Trotzdem weist der Film einige markante Unterschiede zum Spiel auf, die da wären:

  • Der Name der Prinzessin lautet im Film „Tamina“, im Spiel jedoch „Farah“.
  • Der persische Prinz heißt im Film „Dastan“, im Spiel hingegen wird sein richtiger Name nie erwähnt.
  • Der Film „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ erzählt eine umfangreichere Vorgeschichte des Prinzen, die jedoch im Spiel in dieser Fassung nie so vorkam.
  • Der Bösewicht „Nizam“ stellt im Spiel einen schlechten Wesir, im Film hingegen einen Adeligen dar.

Faktum ist, dass die Vorgeschichte des Prinzen im Film auf alle Fälle einer umfangreichern Fassung bedurfte, um ein in sich klares Gesamtprodukt schaffen zu können. Der rote Faden konnte somit vom Anfang bis zum Ende verständlich weitergesponnen werden. Auch, dass dem Prinzen in „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ ein Name gegeben werden musste, versteht sich von selbst. Was jedoch als kleine Kritik anzumerken ist, ist die Tatsache, dass der Name der Prinzessin auf „Tamina“ geändert wurde. Begeisterte Fans des Computerspiels würden dies ebenfalls bemängeln, da dadurch dem Original, nämlich dem Computerspiel, nicht exakt treu geblieben wird.

Fazit: „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ ist eine großartige Abenteuer-Fantasy-Kost, der es gelingt, die Zeit des alten Persiens wieder neu aufleben zu lassen. Regisseur Mike Newell, der seit „Harry Potter und der Feuerkelch“ mit magischen Szenen erstklassige bewandert ist, bringt mit „Prince of Persia – Der Sand der Zeit“ einen echten Blockbuster an die Kinoleinwände, der nicht nur mit authentischen Kulissen, gewandter Parcours-Akrobatik und gestürmten Festungen, sondern mit spannenden und actionreichen Szenen wie Attacken von giftigen Vipern gekonnt überzeugt.

Ein Kommentar
Kommentar schreiben »

  1. Ich muss sagen, dass der Film meine Erwartungen nicht erfüllt hat. Aus der Großartigen Story und der unglaublichen Masse an frischen Ideen hätte man viel mehr machen können. Es scheint so, als wäre die gesamte Geschichte, die für mehr als einen Film gereicht hätte, zusammen gepresst worden, die Wandlungen der Charaktere geschehen einfach zu schnell.
    Außerdem sind viele Logikbrüche in dem Film, z.B. als es um die Eroberung der Glorreichen Stadt geht, die “seit 1000 Jahren” nicht eingenommen wurde. Und dann schafft es der Prinz mal eben locker mit einem Häuflein Soldaten und ein paar Akrobatikübungen die Stadt einzunehmen, mit der absolut genialen und einzigartigen (Vorsicht, Ironie!) Idee, durch die Hintertür zu gehen… Hm.
    Außerdem wäre da noch die teils einfach blödsinnigen Dialoge.
    Das Straußenrennen wird jeden “Dienstag und Donnerstag” veranstaltet.
    Außerdem war da noch die Rede von einer “Werbetrommel”. In welchem Zeitalter spielt der Film nochmal?
    Witzig fand ich auch die Szene in der Sanduhr Kammer, der Prinz und die Prinzessin müssen sich beeilen, weil sonst der Bösewicht mit dem Dolch für den Weltuntergang sorgt, allerdings finden sie noch Zeit für einige vertraute Worte und einen ausgiebigen Kuss. Was für ein Timing.
    Alles in allem ist der Film trotz großartiger Schauspielerbesetzung und Animation nicht wirklich das Filmerlebnis geworden, das ich erwartet hatte. Unterhaltungswert hat er trotzdem.

Kommentar schreiben