Charlie und die Schokoladenfabrik

30. März 2010 | von admin | Kategorie: OZ-Net-Filmrezensionen, Top-Artikel

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OZ-Net-Moviestar-Bewertung: 9 / 10

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„Charlie und die Schokoladenfabrik“ ist eine Literaturverfilmung von US-Filmregisseur Tim Burton aus dem Jahre 2005. Das Fantasy-Abenteuer basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch-Klassiker von Roald Dahl.

Schokolade macht nicht nur dick, sondern auch glücklich und ist ein stetiges Genusserlebnis für jedes Kind. Dass Tim Burtons Süßwaren-Märchen „Charlie und die Schokoladenfabrik“ jedoch für ein paar Kilos mehr auf den Hüften sorgt, ist gänzlich zu bezweifeln. Trotzdem besteht eine klare Verbindung zwischen dem Film selbst und der allseits beliebten schokoladenen Süßspezialität: Beides sorgt im wahrsten Sinne des Wortes für ein echtes Genusserlebnis und wärmt das Herz von sowohl Kindern als auch Erwachsenen.

Eltern und Erwachsene aufgepasst: „Charlie und die Schokoladenfabrik“ ist nicht nur etwas für Kinder und kleine Naschkatzen, sondern ein wahres Fantasy-Meisterwerk für groß und klein. Tim Burton ist es erfolgreich gelungen, mit „Charlie und die Schokoladenfabrik“ ein schrill-buntes Schokoladenmärchen zu kreieren. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Burton schafft ein fantastisches Schlaraffenland, das den Zuschauern weit mehr zu bieten hat, als eine einfache Erkundungstour durch Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Hier schlägt die Fantasie wahrhaftig Purzelbäume – überzogen mit einem Guss feinster Wonka-Schokolade. Der bunte Paradiesvogel Tim Burton lädt Kinder und Erwachsene ein, die unbegrenzte Kreativität inmitten der lecker-süßen Schokoladenwelt von Willy Wonka kennenzulernen.

Tim Burtons geheime Mixtur für dieses kreativ-bunte Süßwaren-Märchen: Eine Prise bunte Fantasie, zwei Messerspitzen aus dem grellen Farbentopf sowie ein großer Schuss umfassende Kreativität – das alles gut verrühren und mit feinster Wonka-Schokolade überziehen. Schon ist das schrill-schoko-bunte Süßwarenabenteuer fertig.

Hier ein kleiner Einblick in die süße Welt von „Charlie und die Schokoladenfabrik“: Der legendäre Willy Wonka (Johnny Depp) betreibt die weltgrößte Schokoladenfabrik, deren schokoladene Süßspezialitäten weltweit reißenden Absatz finden. Die Konkurrenz versucht alles erdenkliche, um Wonka von seinem Schokoladenthron zu stürzen und ihn zu sabotieren. Neider und Nicht-Gönner schleusen Spione in Wonkas Schokoladenfabrik ein, um das geheime Schokoladenrezept zu stehlen – mit Erfolg. Die Konkurrenz mit Wonkas perfekter Schokoladenrezeptur wird immer größer und so sieht sich der Schokoladenfabrikant gezwungen, seine Fabrik wegen fehlender Nachfrage zu schließen. Willy Wonka verschwindet von der Bildfläche – bis zu dem Tag, an welchem Wonka ein Gewinnspiel ausschließlich für Kinder startet. In exakt fünf seiner beliebten Wonka-Schokoriegel ist jeweils ein goldenes Ticket versteckt – fünf Tickets, die die Gewinner dazu berechtigen, einen ganzen Tag gemeinsam mit Willy Wonka die legendäre Schokoladenfabrik zu erkunden. Ganze Süßwarenläden rund um den Globus werden gestürmt – weltweit beginnt die Jagd auf die fünf goldenen Eintrittskarten zu Willy Wonkas Schokoladenwelt.

Auch der kleine Charlie Bucket (Freddie Highmore) wünscht sich nichts sehnlicher, als Willy Wonkas wundersame Schokoladenfabrik zu erkunden. Doch Charlies Familie gehört nun mal nicht gerade dem Wohlstand an und darüber hinaus sind die beliebten Wonka-Schokoriegel äußerst teuer. Aber wie das Glück so will, ist es ausgerechnet der kleine Charlie, der das fünfte goldene Ticket findet. So darf der Junge gemeinsam mit seinem Großvater Joe (David Kelly) in Wonkas Schokoladenwelt eintauchen und das legendäre Geheimnis der Fabrik lüften: Vor vielen Jahren, als die Konkurrenz Spione in Wonkas Fabrik einschleusen ließ, hat Wonka alle Mitarbeiter entlassen. Seitdem weiß niemand, wie die begehrte Wonka-Schokolade ohne Menschenhand erzeugt wird.

Mit auf die schokoladene Entdeckungstour in Wonkas wundersame Welt gehen auch noch vier weitere Kinder: Augustus Glupsch (Philip Wiegratz), der fresssüchtige Junge aus Deutschland, der an nichts anderes denkt, als sich mit Süßigkeiten vollzustopfen; Veruca Salt (Julia Winter), die verzogene Göre eines wohlhabenden Firmenchefs aus England, die stets Wutanfälle bekommt, sofern ihr Vater ihr nicht das kauft, was sie gerne hätte; Violetta Beauregarde (AnnaSophia Robb), die narzisstische Kaugummi-Kau-Weltmeisterin, die sich für nichts anders, als Siegestrophäen in ihren Vitrinen interessiert und der neunmalkluge, fernseh- und videospielsüchtige Mike Teavee (Jordan Fry), der es schaffte, das System auszutricksen und daher nur eine Wonka-Schokoladentafel kaufen musste.
Auf ihrer Reise durch Wonkas kunterbunte Schokoladenwelt erleben die fünf Kinder allerlei fantastische Abenteuer, doch das spannendste und aufregendste liegt noch vor ihnen: Eines der fünf Kinder wird von Willy Wonka persönlich einen großen Preis erhalten – einen Preis, der so wertvoll und überragend ist, sodass er ihr gesamtes Leben verändern wird …

Der große Regisseur Tim Burton gilt schon lange als Hollywoods bunter Paradiesvogel – eine Bezeichnung, die er schier zu recht verdient hat, denn abermals ist es ihm mit „Charlie und die Schokoladenfabrik“ gelungen, seine Fantasie vollends auszuleben und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen: Knallig, kunterbunt und paradiesisch schrill – ja so stellt sich Burton Willy Wonkas wundersame Schokoladenwelt vor. Egal ob Schokoladenwasserfälle, grell-pinke Seepferdchen-Galeren, gläserne in alle Richtungen fahrende Aufzüge oder hoch-moderne, futuristische Fernsehräume – dies alles und noch viel mehr wurde mit einem großen Schuss Fantasie und kreativer Handarbeit bis ins kleinste Detail realisiert.

Auch musikalische hat „Charlie und die Schokoladenfabrik“ mehr als „schokoladene“ Kindermusik zu bieten. Der Soundtrack des Süßwaren-Märchens stammt von niemand anderem als Danny Elfman, der durch seine allseits bekannten Simpons-Melodien Berühmtheitsstatus erreicht hat. Sein musikalisches Geniekönnen bewies er in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ durch die großartigen Songs der Umpa Lumpas. Diese kleinen Arbeiter aus dem Umpa Lumpa – Land trällern sarkastische ironische Texte zu fantastischen choreographierten Tanzeinlagen. Man kann fast sagen, dass die Umpa Lumpas die eigentlichen Stars des gesamten Fantasy-Abenteuers darstellen – oder sollte man lieber sagen: „der eigentliche Star“, denn genau genommen werden die singenden Schichtarbeiter von nur einem einzigen Schauspieler verkörpert. Deep Roy, so der Name der Umpa Lumpa – Rolle, war wohl mit der schwierigsten Rolle des ganzen Films beauftragt worden. Er musste nicht nur auf 75 Zentimeter verkleinert werden, sondern Monate über Monate an den einzelnen Choreographien der Umpa Lumpa – Einlagen feilen.

Ein weiteres Highlight des Schokoladen-Spektakels ist Christopher Lee (Rolle des „Saruman“ in der „Herr der Ringe“ – Trilogie), der auch in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ mit einer Rolle, die den Inbegriff des Bösen darstellen soll, vertraut. Christopher Lee spielt einen Zahnarzt, jedoch nicht einen gewöhnlichen, sondern niemand anderen, als Willy Wonkas Vater. Bei der Erziehung des Schokoladenfabrikanten muss wohl mehr als nur einiges schief gelaufen sein, denn Wonka ist nicht nur merkwürdig, sondern äußerst skurril und eigenartig. Johnny Depp ist seine Interpretation der Willy Wonka – Figur großartig gelungen – er spielt ihn nahezu perfekt, jedoch trifft dies nicht unbedingt auf die Meinung vieler Eltern zu. Die Rolle Johnny Depps als legendärer Willy Wonka macht in einzelnen Szenen nicht nur Kindern Angst, sondern lässt auch Erwachsenen einen Schauer über den Rücken gleiten. Willy Wonka stößt bei weder kleinen noch großen Zuschauern auf Mitleid, denn immerhin erfreut er sich beinahe am Leid seiner vier Ticket-Gewinner Veruca Salt, Violetta Beauregarde, Augustus Glupsch und Mike Teavee.

Depp gelingt es mit seiner Interpretation des Willy Wonka auf eine mehr als grandiose Weise, dem skurrilen Burton-Stil treu zu bleiben, jedoch hätte die Darstellung des Schokoladenfabrikanten im Hinblick auf einen Kinderfilm etwas anders ausgelegt werden müssen. Trotz allem ist die farbige Wunderwelt Willy Wonkas besonders für Kinder, ab dem 6. Lebensjahr, ein regelrechtes Film-Spaß-Abenteuer – kunterbunt, spaßig und überdreht.

 


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